Brauerschwend richtet Skimeisterschaft an Weltcuport aus

Noch liegen die Ski auf zwei Böcken in der Garage in Brauerschwend. Das heiße Wachs tröpfelt auf die Bretter. Mit jedem Arbeitsschritt steigt bei Friedbert Seeger die Vorfreude.

BRAUERSCHWEND – Noch liegen die Ski auf zwei Böcken in der Garage in Brauerschwend. Das heiße Wachs tröpfelt auf die Bretter. Mit jedem weiteren Arbeitsschritt hin zu einem optimal präparierten Ski steigt bei Friedbert Seeger die Vorfreude. Er ist der diesjährige Organisator der 8. offenen Skimeisterschaften des TV Brauerschwend im Riesentorlauf. Diesmal werden sie am Donnerstag, 7 Februar, im österreichischen Sölden ausgetragen. Dort wird traditionell die Weltcupsaison der Alpinen eröffnet. Für den TV Brauerschwend ist es die erste größere Veranstaltung im Jubiläumsjahr 2019. Der Verein feiert sein 100-jähriges Bestehen.“Mindestens 21 Fahrer werden an den Start gehen. Das ist Teilnehmerrekord“, freut sich Seeger. Die Reisegruppe ist vom 5. Februar bis zum 9. Februar im Gästehaus Kneisl untergebracht. Wie in den Vorjahren besteht die Reisegruppe nicht nur aus Vereinsmitgliedern, sondern aus Teilnehmern aus Schwalmtal, Grebenau, Alsfeld und erstmals aus Romrod. „Die Reise und Gästehaus sind zwar seit Wochen ausgebucht, aber am Renntag kann sich jeder anschließen. Wer sich also zur gleichen Zeit im Skigebiet befindet oder gesondert anreisen möchte, ist willkommen. Schließlich handelt es sich um offene Vereinsmeisterschaften“, betont Seeger.Rennen am „Giggijoch“Gebucht ist die Rennstrecke am „Giggijoch“. Der Sektor heißt Rosskirpl, Abschnitt B. „Wir tragen die Meisterschaft schon immer im Riesentorlauf aus und zwar auf einer blauen Piste, eine schwarze Piste wäre für uns Freizeitsportler zu gefährlich. Der Spaß steht im Vordergrund. Die Piste hat ein maximales Gefälle von 25 Prozent“, erklärt Seeger. Vorraussichtlich stehe die Strecke ab 11 Uhr für das freie Training zu Verfügung. Der Rennstart sei wie in den vergangenen Jahren gegen 13 Uhr geplant. Bereits am Abend zuvor werden die Startnummern ausgelost, einen Qualifikationsdurchgang gebe es nicht.

Traditionell sei der Renntag der Höhepunkt der viertägigen Skireise. Am Abend hat der Verein genügend Plätze in der Gaislachalm reserviert. „Das ist der passende Rahmen für die Bekanntgabe der Platzierungen und unsere Skitaufen“, kündigt Seeger an. Jeder Teilnehmer, der das erste Mal beim Rennen mitfahre, werde getauft. „Dieses Jahr sind gleich fünf Neulinge mit dabei. Das wird ein Spaß“, freut sich Seeger auf die Zeremonie, die sich drei Mitglieder des Vereins in den Anfangsjahren der offenen Skimeisterschaften ausgedacht hätten. Im Anschluss an den Hüttenabend rodeln die Teilnehmer wie gewohnt gemeinsam zurück ins Tal. Bis zur Siegerehrung mit dem Überreichen der Pokale müssten sich die Teilnehmer dennoch ein wenig gedulden. Diese finde etwa drei bis vier Wochen später im Brauerschwender Sportheim im Rahmen eines gemütlichen Abends mit Präsentation der schönsten Bilder der viertägigen Reise statt.Der Verein sei der einzige im Umkreis, der nicht nur eine Skifreizeit anbiete, sondern auch ein Rennen organisiere. Das sei für viele Hobby-Skifahrer ein Anreiz, sich einmal auf einer Zeitmessstrecke mit anderen zu messen.FavoritenSeeger könne zwar nicht das fahrerische Können der Neulinge einschätzen, aber Favoriten auf den Titel seien neben Vorjahressieger Walter Becker (Storndorf) Marius Steuernagel (Renzendorf), Jens Becker (Brauerschwend) und Thomas Allendorf (Grebenau). Bei den Damen geht Vorjahressiegerin Tanja Schwarz vom TV Grebenau ins Rennen. Außerdem nutzen einige Teilnehmer die anstehenden Meisterschaften für einen etwas längeren Skiurlaub als der Rest der Reisegruppe und brechen bereits am Freitag, 1. Februar, nach Sölden auf.Seeger selbst fahre zwar mindestens dreimal im Jahr Ski und könne den von ihm ausgemachten Favoriten die Stirn bieten, habe aber Probleme am Knie. „Wenn die Strecke vereist ist, werde ich nicht am Rennen teilnehmen“, sagt Seeger. Aber nachdem er seine Ski fertig präpariert hat, mit Wachsen, Schaben, Bürsten, Polieren und abschließend Kanten glätten, steigen Vorfreude und Motivation. „Dann fahre ich eben mit Bandage und doch voll auf Angriff“, kommt der Ehrgeiz in ihm durch.

Quelle: Oberhessische Zeitung (Chritian Dickel 05.02.2019)